RATTENGIFT: EINE STILLE GEFAHR FÜR HUND UND KATZE

Die Vergiftung mit Rattengift gehört zu den häufigsten Vergiftungen bei Hunden und Katzen. Sie ist besonders gefährlich, weil bei den gängigsten Produkten die Symptome nicht sofort auftreten. Ihr Tier kann tagelang völlig gesund wirken.

Wie wirken gerinnungshemmende Rattengifte?

Die meisten Rattengifte sind Gerinnungshemmer (Antikoagulanzien). Sie verhindern, dass der Körper Vitamin K1 nutzen kann, das er zur Bildung von Gerinnungsfaktoren braucht. Das Blut gerinnt nicht mehr, und es kommt zu Blutungen, oft innerlich.

Erste Generation (z. B. Warfarin): führen meist erst nach wiederholter Aufnahme zu einer schweren Vergiftung.
Zweite Generation (z. B. Brodifacoum, Bromadiolon): deutlich stärker. Eine einzige Aufnahme kann tödlich sein.

Wann treten Symptome auf? Die Gerinnungsfaktoren sind nach 1–2 Tagen aufgebraucht. Anzeichen von Blutungen zeigen sich meist 3 bis 7 Tage nach der Aufnahme.

Symptome

Schwäche, Mattigkeit, Appetitlosigkeit
Blasses Zahnfleisch
Schnelle oder erschwerte Atmung, Husten (evtl. mit Blut)
Nasenbluten
Blutergüsse auf der Haut
Blut im Urin, schwarzer oder blutiger Kot, Erbrechen von Blut
Aufgeblähter Bauch
Geschwollene oder schmerzhafte Gelenke
Kollaps, Schock

Wichtig: Blutungen sind nicht immer sichtbar, da sie oft im Bauch, im Brustkorb, in der Lunge oder in den Gelenken auftreten.

Andere Arten von Rattengift

Nicht alle Rattengifte sind Gerinnungshemmer, und für die folgenden gibt es kein Gegenmittel:

Cholecalciferol (Vitamin D3): verursacht akutes Nierenversagen. Anzeichen innerhalb von 2–3 Tagen: vermehrter Durst und Harnabsatz, Schwäche, Appetitlosigkeit, Mundgeruch. Schon kleine Mengen können tödlich sein.

Bromethalin: verursacht eine Hirnschwellung. Anzeichen (Gangunsicherheit, Zittern, Krampfanfälle, Lähmungen) treten nach 2 bis zu 36 Stunden auf. Katzen sind empfindlicher als Hunde.

Zink-/Aluminiumphosphid: setzt im Magen ein giftiges Gas frei. Die Anzeichen treten schnell auf: Blähungen, Erbrechen, Bauchschmerzen, Schock, Krampfanfälle.

Deshalb ist es entscheidend zu wissen, welches Produkt genau Ihr Tier gefressen hat.

Was Sie sofort tun sollten

Kontaktieren Sie sofort Ihren Tierarzt, auch wenn Ihr Tier gesund wirkt
Bringen Sie die Verpackung oder ein Foto des Etiketts mit dem Wirkstoff mit
Lösen Sie zu Hause kein Erbrechen aus. Das darf nur der Tierarzt
Geben Sie zu Hause keine Aktivkohle. Ihr Tier könnte sie in die Lunge einatmen, was lebensgefährlich ist

Behandlung

Wurde das Gift erst vor Kurzem (innerhalb weniger Stunden) gefressen, kann der Tierarzt Erbrechen auslösen und Aktivkohle verabreichen.

Bei Gerinnungshemmern ist das Gegenmittel Vitamin K1. Es ist verschreibungspflichtig, und frei verkäufliche Präparate reichen nicht aus. Die Behandlung dauert Wochen: bei starken Mitteln der zweiten Generation meist etwa 4 Wochen (28–30 Tage). Etwa 48 Stunden nach der letzten Dosis wird mit einem Gerinnungstest geprüft, ob eine weitere Behandlung nötig ist. In schweren Fällen können ein stationärer Aufenthalt und eine Bluttransfusion erforderlich sein.

Bei rechtzeitiger Behandlung ist eine Genesung möglich. Werden die Blutungen nicht erkannt und behandelt, können sie tödlich enden.

Vorbeugung

Verwenden Sie gesicherte Köderstationen, an die Ihr Tier nicht herankommt
Bewahren Sie Rattengift in verschlossenen, beschrifteten Behältern außer Reichweite auf
Lassen Sie Ihr Tier nicht unbeaufsichtigt in Bereichen, in denen Köder ausgelegt sind
Seltener kann sich ein Tier auch durch das Fressen vergifteter Nagetiere vergiften

Verdacht auf Vergiftung?

Warten Sie nicht auf Symptome.
Rufen Sie uns sofort an: +30 2392 027931.
Im Notfall bitte anrufen statt schreiben.

Quellen

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